Wie hilft die Bewegung beim Singen?

Wenn Sie beim Singen nicht richtig stehen oder bei der Chorprobe falsch sitzen, merken Sie, wie die Stimme darauf reagiert. Sie klingt verengt, schrill, die Atmung bricht immer wieder und generell fühlt man sich nicht frei. 

 

Zum ersten Mal habe ich festgestellt, was für eine große Rolle die Bewegung beim Singen spielt, als ich nach dem Studium ans Opernhaus kam. Lange Proben fordern viel Können, Energie und Funktionalität der Stimme. Das Gute daran war, man bewegt sich während des Singens und die Stimme fliesst besser. 

 

Die Bewegung hilft enorm die Spannungen im Körper abzubauen. Natürlich meine ich damit weiche und fliessende Bewegungen, keine harte oder schräge. Probieren Sie es selbst: nehmen Sie einen wohlfühlenden Ton auf „U“ (oder paar Töne: 1-2-3-2-1) und singen sie mit Bewegung, als ob Sie Butter auf ein riesiges Stück Brot schmieren. Passen Sie dabei besonders auf, dass der Kiefer locker ist und die Atmung vor dem Ansatz nicht stoppt! Vor dem Vokal können Sie einen „H“, wie im Wort „Hauch“ nehmen (mit dem Hauch schliessen sich die Stimmbänder sanfter und gleichmäßiger.) Machen Sie das Schmieren mit Gesang synchronisiert, dann spüren Sie, dass Sie besser die Töne binden können, außerdem fließt der Atem ohne Unterbrechung.

 

Üben Sie immer mit Bewegung, besonders die Stellen, die Sie schwer finden. Zum Beispiel: wenn Sie nach oben singen, machen Sie eine schwingende Bewegung nach unten, für Legato (Töne miteinander binden) helfen Streicheln- oder Schmieren-Bewegungen, für die Textverständlichkeit nehmen Sie einen Ball (Tennisball) und spielen mit ihm. Je nach Schwierigkeit finden Sie die passende Bewegung, die Ihre Stimme und Ihren Körper befreit.


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