Wie beeinflusst die Atmung hohe Töne?

Die meisten Menschen haben den Gedanken fest im Kopf: „Um gut zu singen, brauche ich viel Luft“. Sie pumpen sich voll und es kommt zu wenig raus oder die Stimme bricht überhaupt. Das passiert, weil die Atmung zu hoch wird, daraus entstehen Spannungen im Oberkörper, die die Stimme verengen, außerdem drückt der Luftstrom auf den Kehlkopf, sodass die Stimme unruhig wird und die hohen Töne nicht rauskommen. 

 

Die hohe Töne brauchen viel inneren Platz und gute körperliche Unterstützung. Mehr inneren Platz erreichen Sie durch die Gaumenstreckung (gähnen Sie paar mal... das ist es!) und Entspannungen im Kiefer-, Mund- und Hals-Bereiche. Mit körperlicher Unterstützung meine ich Zwerchfellatmung: tieferes, aktives, durchgehendes Ein- und Ausatmen.

 

Wenn Sie hohe Töne schön zu singen möchten, üben Sie den Umgang mit Ihrer Atmung, d.h. Je höher Sie singen, desto kontrollierter soll der Atemfluss sein. In der Belcanto-Technik der italienischen Gesangsschule des 17.Jahrhunderts gibt es ein Begriff, wie „inalare la voce“ („die Stimme inhalieren“) Das bedeutet: nicht auf dem Ausatmen, sondern auf dem Einatmen zu singen. 

 

Es klingt vielleicht kompliziert, ist aber nicht. Damit Sie besser das Gefühl vom Inhalieren verkörpern, machen Sie die Übungen mit Bewegung. Mit Bewegung zu sich. Nehmen Sie eine Quinte und singen Sie von oben nach untern auf „Hui“ mit kreisenden Bewegungen zu sich. So reagiert Ihr Körper besser und Sie pusten automatisch nicht zu viel Luft raus. Das hilft Ihre hohe Töne zu befreien und noch schöner und farbiger zu singen. 

                 

In diesem Video spreche ich darüber detaillierter: https://youtu.be/rMGF7nuOIds

 

Text: Ekaterina Kardakova


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