Digitale Bildung - muss es sein?

 

Die Diskussionen über die Bildung mit digitalen Medien werden immer größer, intensiver, leidenschaftlicher. Es gibt dabei zwei Parteien - eine sagt: „Ja! Wir müssen die Bildungsmethoden ändern, die Chancen aufgreifen und das beste daraus machen“. Die andere antwortet: „Nein! Die Kinder brauchen Natur, Bücher und Basteln“. Wer hat Recht?

 

Wenn wir das Thema vertiefen, sehen wir den großen Bedarf an die Medienkompetenz und der Digitalisierung des Schulsystems. Nicht weil die Kinder keine Natur brauchen, sondern weil sie anders sind, anders denken und anders lernen.  

 

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kind, das mit Internet, Smartphones und Tablets geboren ist. Schon von klein an wissen Sie, wie man diese Geräte bedient und bringt das auch den Eltern und den Großeltern bei. Das ist für Sie absolut selbstverständlich, Cartoon-Filme auf YouTube zu schauen, Lieblingsmusik auf Spotify zu hören oder tolle Märchen auf Audio anzuschalten. Dann gehen sie in die Schule, wo der ganze Spaß verboten ist. 

 

Sie sollen mit den anderen Kindern Kärtchen spielen (na gut, das ist nicht das schlimmste, was es gibt), dicke Bücher schleppen, viel Papier im Ordner sammeln und spartanisch auswendig lernen. Am Anfang ist es ok, aber mit der Zeit wird es langweiliger und anstrengender. Sie verlieren die Lust und die Motivation zu lernen. 

 

Wir drehen die Situation um und stellen uns die Schule der Zukunft vor. Sie gehen in die Schule und erledigen die Aufgaben in jedem Fach spielerisch. Sie haben Ihr persönliches iPad, wo alle Ordner und Unterlagen auf dem iCloud gelagert sind, wo Sie die Apps für jedes Fach haben, wo Sie sich in das System einloggen und sehen Ihren Stundenplan, Aufgaben und Feedbacks der Lehrer.

 

Im Unterricht klicken Sie die Apps an und lernen über Mathematik, Physik, Naturwissenschaften, Sprachen, Musik individuell und mit Laune. Die animierte Apps erzählen Ihnen das Material oder Sie versetzen sich in die Charaktere und erledigen die Aufgaben. Der Lernprozess wird interessanter und nachhaltiger. Sie haben keine Zeit sich zu langweilen. Außerdem können Sie Ihre Hausaufgaben überall und flexibler machen. 

 

Was spricht diesem Lerntraum dagegen? Die Umgebung, die Gesellschaft und schließlich die Lehrer. Die meisten Lehrer mögen nichts Digitales, das ist fremd für sie. Sich mit der neuen Welt von Chancen und Wissen zu beschäftigen, ist zu anstrengend.

 

Die Problematik ist aktuell, die Digitalisierung ändert unser Leben rasant. Aber das System kann kaum auf diese Geschwindigkeit reagieren. Wer leidet darunter? Die Y-Generation. Sie soll etwas lernen, was sie nie im Leben verwenden kann. Sie soll tausende Bücher auswendig statt selbst denken zu lernen. Sie soll Standards abliefern statt kreativ zu sein und neue Wege zu finden. Sie soll digitale Welt vermeiden statt zu lernen, die neuen Chancen zu nutzen. 

 

Ursprünglich ist die Schule erschaffen worden, um den Menschen die Basis für das Privat- und Berufsleben zu geben. Die Kinder und Jugendliche brauchen das handwerkliche Wissen, was sie täglich verwenden können, und dieses Handwerk funktioniert ohne Digitalisierung nicht. 

 

Auf meiner Facebook-Seite finden Sie mehr spannende Informationen über das Singen, Workshop und viel Anderes: https://www.facebook.com/CreativeTechLab.Kardakova/

 

Autor: Ekaterina Kardakova


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